Überführen Sie den Täter

Ob Gärtner, Butler oder Chauffeur – dem findigen Inspektor Carter entgeht kein Ganove.

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Ein Mann mit vielen Feinden


Sergeant Grahams Gestalt schälte sich aus den Nebelschwaden, die am Ufer der Themse aufstiegen. Im grauen Licht des beginnenden Tages arbeiteten die Männer der Feuerwehr und die Taucher des Bergungstrupps an ihrem schweren Kranwagen. Eine Stahltrosse lief von der Winde auf dem Wagen über die Uferwiese ins Wasser. "Die Taucher befestigen die Trosse gerade unter Wasser an dem Wagen!" sagte Graham, als er Inspektor Carter gegenüberstand. Er wies auf eine Reifenspur, die sich ins feuchte Gras der Uferwiese eingegraben hatte. Sie führte von dem Parkplatz am Rand der Uferstraße geradewegs in den Fluss. "Ein Constabler hat die Spur heute morgen bei seiner Runde entdeckt und uns verständigt!" erklärte Graham. "Die Feuerwehrtaucher haben dann unter Wasser einen dunkelroten Jaguar entdeckt. Am Steuer sitzt ein Toter." 
    "Ist das alles?" fragte Carter. 
    Graham warf einen Blick auf seinen Notizblock. "Die Taucher haben das Kennzeichen des Wagens erkennen können. Ich habe bei der Zulassungsstelle nachgefragt. Der Jaguar ist auf Derek Hoddinot zugelassen. Nach der Beschreibung der Taucher muss er auch der Tote am Steuer sein."
    "Ein Mann, der viele Feinde hat!" meinte Carter. Hoddinot hatte in der Stadt den Ruf eine skrupellosen Geschäftsmanns. Mit seiner Firma hatte er sich auf die unfreundliche Übernahme von finanzschwachen Gesellschaften spezialisiert, deren Besitzer er mit üblen Mitteln aus dem Unternehmen drängte, bis er die Firma dann mit fremdem Kapital sanieren und mit Gewinn weiterverkaufen konnte. Dem Vernehmen nach stammte das Kapital von der Mafia, für die Hoddinot das Geld wusch.
    "Hoddinot soll in letzter Zeit Streit mit Don Mascone gehabt haben", sagte Carter nachdenklich. "Mascona ist der Mafia-Pate für das südliche London. Gut möglich, dass er den Streit mit dem Mord an Hoddinot beendet hat." Carter holte sein Handy heraus und wählte die Nummer von Mascones Domizil. Es dauerte eine Weile, bis die Leibwächter des Italieners ihn mit Mascone verbanden. "Wie es scheint, hat Derek Hoddinot die Nacht nicht überlebt", sagte Carter zu Mascone. "Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen?"
    "Vor zwei Tagen", sagte Mascone heiser. "Unsere geschäftlichen Wege haben sich getrennt."
    "Das war wirklich das letzte Mal, dass Sie mit ihm Kontakt hatten?" vergewisserte sich Carter.
    Mascone zögerte. "Nein, gestern Nacht haben wir noch einmal miteinander telefoniert. Hoddinot rief mich von seinem Handy im Wagen an. Er wollte wieder mit mir in Geschäft kommen - aber ich habe abgelehnt. Sie denken doch nicht, dass ich ihn getötet habe?"
    "Sie persönlich machen sich mit so etwas nicht mehr die Finger schmutzig", sagte Carter. "Dafür haben Sie Ihre bezahlten Killer - die Männer, die offiziell Ihre Leibwächter sind."
    "Sie werden mir keinen Strick daraus drehen, daß ich der letzte war, mit dem Hoddinot telefoniert hat!" zischte Mascone.
    "Wir werden sehen!" Carter unterbrach die Verbindung.
    Im nächsten Augenblick spannte sich die Trosse, und der versenkte Jaguar tauchte aus der Themse auf. Als das Wasser aus dem Wagen abgelaufen war, betrachteten Carter und Graham den Toten. Eine Schußwunde in seiner Schläfe ließ keinen Zweifel daran, wie er gestorben war. Sergeant Graham öffnete die Autotür, zog seine Latexhandschuhe an und untersuchte die Leiche. Aus der Jackentasche des Toten fischte er ein teures Handy. Das Bereitschaftslämpchen blinkte noch. "Diese neuen Geräte sind sogar wasserdicht", sagte Graham und reichte Carter den Apparat. Der Inspektor drückte die Wahlwiederholung, mit der die zuletzt gewählte Nummer noch einmal angerufen wurde. Im Display erschien die Rufnummer. "Don Mascones Nummer!" stellte Carter fest.
    "Leider kein Beweis, dass Mascone ihn auch hat umbringen lassen", sagte Graham.
    "Doch!" sagte Carter. "Natürlich hat Mascone sich seine Hände nicht selbst schmutzig gemacht. Das haben seine Leibwächter für ihn besorgt. Aber Mascone ist der Drahtzieher dieses Mordes."

 

Was war ihm aufgefallen?


Lösung: 

Mascone erwähnte, dass er der letzte war, mit dem Hoddinot telefoniert hatte. Wie konnte er das wissen, wenn er nicht auch darüber informiert war, dass Hoddinot direkt nach dem Telefonat ermordet worden war?

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